14.11.2009

Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Diesen netten Dialog habe ich in einem Forum gefunden. Wenn mich das nächste mal einer frägt "Gott, was ist das?", werde ich ihm diesen Dialog geben ... ich bin mal auf die Reaktionen gespannt:

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.
„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“, fragt der eine
Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird“, antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das ist Blödsinn!“, sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn aussehen?“

„So genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.“

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen! Was für eine verrückte Idee! Es ist die Nabelschnur, die uns ernährt. Und was heißt herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles ein bisschen anders sein.“

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von Nach-der-Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.“

„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie gäbe es uns gar nicht!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch! Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt ...“

Kommentare:

politbuerokrat hat gesagt…

Bitte um Quelle für das Dawkins-Zitat! Wäre interessant für mich. Danke!

stefan hat gesagt…

Welches Zitat. In diesem Beitrag geht es nicht um Dawkins.

Wenn es um den Zellhaufen von Dawkins geht, wird man unter anderem dort fündig:

http://www.glanzundelend.de/glanzneu/dawkins.htm

Es gab dazu auch einen Spiegel-Artikel den ich auf die schnelle nicht finde. Mehr dazu findet man in den üblichen Suchmaschinen wenn man unter Dawkins und Abtreibung sucht.

Dawkins hat als Biologe mit seiner atheistisch-naturwissenschaftlichen Sicht natürlich Probleme hinter einer Zelle mehr zu sehen als eben eine Zelle. Das macht es für ihn unmöglich die besondere Bedeutung des menschlichen Lebens zu erkennen und noch mehr wenn sich diese Leben noch nicht zu einer Persönlichkeit entwickelt hat. Ein Problem was man bei vielen Atheisten beobachten kann ... mit den bekannten Folgen.

Tom hat gesagt…

Das ist weder ein Zitat von Dawkins, noch lehrt das der Atheismus. Das ist einzig aus dem Zusammenhang gerissene religiöse Propaganda.

Grüße.

stefan hat gesagt…

Dawkins hat es aber gesagt und ist auch ehrlich. Ein Kind im Mutterleib ist für Atheisten ein Zellhaufen. Was sonst? Ich würde Atheisten nicht unterstellen das sie Kinder abtreiben mit der Gewissheit das es Menschen sind. Atheisten sind keine Mörder per Definition und man muss es als Zellhaufen sehen, sonst schaft man den Mord an dem Kind im Mutterbauch nicht.

Ähnlich arbeiten viele Regime seit Menschengedenken. Durch die Definition das bestimmte Mensch minderwertig sind, ist der Mord erst möglich. Der Gedanke an unsere jüngere Geschichte in diesem Zusammenhang ist nicht falsch.

Meine Worte mögen Dir nicht gefallen, dann bitte widerlege was ich sage inhaltlich. Zeige mir zum Beispiel auf wie führende Atheisten zum Kind im Mutteleib stehen. Ob sie es als Mord ansehen, oder ob es nur ein Zellhaufen ist den man wegmacht. Bitte tue es ... und dann kannst Du mir gerne religiöse Propaganda unterstellen.

Tom hat gesagt…

Ich habe "Der Gotteswahn" gelesen und auch extra nochmal durchgeschaut, konnte aber das Zitat nicht finden. Aber unterstellen wir einfach einmal es hätte es doch geschrieben und auch so gemeint - und es würde keine Rolle spielen. Dawkins ist ein einzelner Mensch und kein Papst der Atheisten; er spricht weder für uns, noch repräsentiert er uns. Es gibt weder eine atheistische Zentrallehre noch jemanden, der den Atheisten sagt, was sie zu denken haben. Das ist nämlich der entscheidende Unterschied zwischen (Gottes)Gläubigen und Atheisten/Agnostikern - wir haben unsere eigene Meinung.
Ich bin Atheist, aber nicht der Meinung, ein ungeborenes Kind es wäre "nur ein Zellhaufen".
Zum eigentlichen Thema: ich bin mir der Problematik durch aus bewusst: Bei der Geburt haben wir definitiv einen fühlenden Menschen, aber weder die unbefruchtete Eizelle, noch das Spermium sind Menschen. Wo beginnt also der fühlende Mensch? Bei der Befruchtung? Sobald man einen Kopf erkennen kann? Ich weiß es nicht, niemand weiss es. Und genau das ist das Problem.

stefan hat gesagt…

>> Ich habe "Der Gotteswahn" gelesen und auch extra nochmal durchgeschaut,
>> konnte aber das Zitat nicht finden. Aber unterstellen wir einfach einmal
>> es hätte es doch geschrieben und auch so gemeint - und es würde keine Rolle
>> spielen. Dawkins ist ein einzelner Mensch und kein Papst der Atheisten; er spricht weder
>> für uns, noch repräsentiert er uns.
Aber andererseits scheinen seinen Worte Dir doch ganz schon wichtig zu sein. Denn warum sonst ergreifst Du so Partei für ihn. Sorry wenn ich das so sage.
Aber Dawkins ist für viele Atheisten mehr Papst als für uns Katholiken Papst Benedikt es ist. Denn während Papst Benedikt sogar dazu aufruft unbequem zu sein und quer zu denken und offen zu diskutieren, ist es doch genau das was Atheisten um alles in der Welt vermeiden wollen.

>> Es gibt weder eine atheistische Zentrallehre noch jemanden, der den Atheisten sagt,
>> was sie zu denken haben. Das ist nämlich der entscheidende Unterschied zwischen
>> (Gottes)Gläubigen und Atheisten/Agnostikern - wir haben unsere eigene Meinung.
Komisch, ist dabei nur das ihr Atheisten immer die gleichen Argumente braucht. Eben so wie ihr euch definiert (Naturwissenschaften) und so wie ihr meint religiöse Menschen klassifizieren zu müssen, ohne aber wirklich zu wissen was wir denken.
Hört sich meiner Meinung nach schon nach einer atheistischen Zentrallehre an.

Ehrlich gesagt finde ich mehr Differenziertheit bei religiösen Menschen, denn religiöse Menschen machen sich umfassend Gedanken über Gott und die Welt und beschränken sich nicht nur auf Naturwissenschaften. Was dazu führt das man einfach ein sehr breites Spektrum hat ... und somit weniger die Meinung anderen ungeprüft übernimmt.

Zu Deine Behauptung "entscheidende Unterschied zwischen (Gottes)Gläubigen und Atheisten/Agnostikern" möchte ich Dir Thomas von Aquin nahe legen, denn dieser katholische Philosoph und Kirchenlehrer hat schon im Mittelalter einen Diskussionsstil gelebt der zeigt wie wenig Du von meinungsbildungsprozess religiöser Menschen weißt. (Siehe dazu zum Beispiel die "Summa theologica"). Thomas hat in seinen Werken sehr kontroverse Diskussionen dargestellt die eine Offenheit an den Tag legen die den meisten Profs heutzutage wohl zu weit gehen würde. Thomas ging nämlich auf jede Frage ein, egal wer sie stellt und welcher Hintergrund vorhanden ist. Diskussionen mit den Schülern waren damals Pflicht für Professoren und Gelehrte, Thomas hat das weiterentwickelt und sehr innig gepflegt. Für ihn war es sehr wichtig das ergebnisoffene Gespräch zu suchen, festgehalten bis Heute in seinen Werken.

Im Gegensatz zu den Atheisten hat jeder Christ schon von Jesus ausgehend den Auftrag jedes Wort zu prüfen. Jesus ist für uns Christen nicht nur ein kluger Denker, sondern derjengie der uns begleitet und uns zu jeder Zeit deutlich macht das wir zu unseren Worten stehen müssen.
Deshalb fallen auch so viele Atheisten auf Dawkins herein und deshalb sind Christen auch immun gegen Dawkins. Dawkins zu widerlegen ist sehr einfach.

Sorry, wenn wir Christen uns nicht so verhalten wie Du es gerne hättest.

>> Ich bin Atheist, aber nicht der Meinung, ein ungeborenes Kind es wäre "nur ein Zellhaufen".
Welche Meinung hast Du dann? Wenn das nicht Deine Meinung ist, nach was lebst Du auch dann? Beispiel: Würdest Du bei einer Lebensschützerdemo mitmachen? Würdest Du mitgehen wenn Lebensschützer auf die Straße gehen und ihr Recht zu freien Meinungsäußerung wahrnehmen gehen und von Atheisten behindert und sogar angegriffen verletzt werden? Wohl kaum.

Es gibt einen Unterschied zwischen Christen und Atheisten. Wir Christen sind aufgerufen nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. Sorry wenn ich das so sage.

stefan hat gesagt…

>> Zum eigentlichen Thema: ich bin mir der Problematik durch aus bewusst: Bei der
>> Geburt haben wir definitiv einen fühlenden Menschen, aber weder die unbefruchtete Eizelle
>> , noch das Spermium sind Menschen. Wo beginnt also der fühlende Mensch? Bei der
>> Befruchtung? Sobald man einen Kopf erkennen kann? Ich weiß es nicht, niemand weiss es.
>> Und genau das ist das Problem.
Das ist nicht das Problem. Wenn ich Dich betäube bist Du auch kein fühlender Mensch. Darf ich Dich dann töten? Oder schau Dir mal ein Baby an. Das kann sich noch nicht äußern ist sogar in weiten Teilen schmerz resistent (sonst würde eine Geburt nie klappen). Darf ich diesen Menschen töten?
Es gibt "unveräußerliche" Menschenrechte. Die gelten für jeden Menschen, ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob Behindert oder nicht Behindert, ob gesund oder krank.
Ich denke davon darf man keinen Millimeter zurückweichen. Denn es gibt kein wertes oder unwertes Leben und noch weniger darf jemand entscheiden wer Wert ist zu leben oder wer es nicht ist.
Ich bin 8 Jahre lang Behindertefahrdienst gefahren und dabei waren einige Behinderte die abgetrieben worden wären wenn die Eltern nur perfekte Kinder produzieren wollten. Unter den Behinderten waren viele tolle Menschen, Menschen ohne die unsere Welt ärmer wäre. Wie viel reicher wäre unsere Welt wenn nicht so viele Behinderte abgetrieben werden würden?
Wie kann man solche Menschen nur umbringen? Wie kann man so etwas rechtfertigen?

Tom hat gesagt…

Ich muss schon sagen, die Diskussion mit dir artet ganz schön in Arbeit aus ;-)
Und obwohl wir wahrscheinlich nie auf einen grünen Zweig kommen werden, möchte ich noch einmal ein paar Punkte klarstellen, in denen du mich missverstanden hast:

1. Ich ergreife nicht für Dawkins Partei, ich bin in einigen Punkten überhaupt nicht seiner Meinung und er ist mir zu radikal in seinen Ansichten. Und genau deswegen stört es mich, dass alle Atheisten über den Dawkins-Kamm geschoren werden.
Er kann sehr überzeugend schreiben, mit all seinen schönen Beispielen und Analogien und ich denke, dass sich einige Menschen deswegen davon überzeugen lassen. Aber das sind zum Teil auch die, die bei den nächsten Zeugen Jehowas an der Türe wieder in die andere Richtung umkippen.

2. "Komisch, ist dabei nur das ihr Atheisten immer die gleichen Argumente braucht."
Wenn ich mehrere Menschen frage, was die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist, werden ich auch viele gleiche Antworten bekommen. Das fusst aber nicht auf einer zentralen Lehre, sondern auf Logik und Vernunft (und jetzt schreib bitte nicht zurück, dass sich das arrogant anhört, das weiß ich selber). Und wenn du jetzt sagst, dass wäre ja eine zentrale Lehre, dann geb ich dir recht.

3. Ich gebe zu, ich habe das in der Kürze zu sehr verallgemeinert, dass Gläubige von Natur aus nicht nachdenken und stur ihrer jeweiligen Lehre folgen.
Aber solche Menschen gibt es, die ihrer jeweilige heilige Schrift wortgetreu auslegen, ohne sie zu hinterfragen - und das ist gefährlich.
Und außerdem wirst du zugeben müssen, dass schon an dem Wort "Glauben" zu erkennen ist, dass man als Gläubiger gewisse Grundannahmen einfach hinnehmen muss, ohne sie prüfen zu können. Und das ist beispielsweise etwas, wobei sich einem Agnostiker die Haare sträuben.

4. "Wenn ich Dich betäube bist Du auch kein fühlender Mensch. Darf ich Dich dann töten?"
"Oder schau Dir mal ein Baby an. Das kann sich noch nicht äußern ist sogar in weiten Teilen schmerz resistent (sonst würde eine Geburt nie klappen). Darf ich diesen Menschen töten?"

Du musst zugeben, dass dein erstes Argument Blödsinn ist. Aber damit du mich nicht wieder absichtlich falsch verstehst, streiche das "fühlend" durch.
Dein Beispiel mit dem Baby zeigt deutlich, dass der Übergang zwischen einer befruchteten menschlichen Zelle und einem Menschen (vollständig, intelligent, fühlend, sich selbst im Spiegel erkennend, ...) fließend ist und nicht durch die Geburt definiert ist.

5. Welche Meinung hast Du dann?
Schwierige Frage. Ich hätte kein Problem damit, ein paar Zellen (ja, ich drücke mich um den Begriff "Zellhaufen") abzutreiben. Aber ich hätte eindeutig ein Problem mit einem fünf Monate alten Fötus. Bei neun Monaten ist es eindeutig Mord - vermutlich auch vorher.
Mit anderen Worten: ich habe für mich bisher keine Grenze gezogen und trotz allen Nachdenkens wage ich mich nicht festzulegen.
Nenne das von mir aus feige oder bequem, aber auf der Welt werden tagtäglich mit sicherheit weit grausamere Verbrechen an Menschen und Tieren begangen als die Abtreibung eines drei Monate alten Fötus.
Wenn jemand anderer Meinung ist friedlich gegen Abtreibung demonstriert, habe ich damit kein Problem.

stefan hat gesagt…

Ich muss schon sagen, die Diskussion mit dir artet ganz schön in Arbeit aus ;-)
Sorry ... ich antworte halt.

Wenn ich mehrere Menschen frage, was die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist, werden ich auch viele gleiche Antworten bekommen. Das fusst aber nicht auf einer zentralen Lehre, sondern auf Logik und Vernunft (und jetzt schreib bitte nicht zurück, dass sich das arrogant anhört, das weiß ich selber). Und wenn du jetzt sagst, dass wäre ja eine zentrale Lehre, dann geb ich dir recht.
Ich antworte etwas anderes, was leider zu häufig bestätigt wird: Atheisten wissen nicht was religiöse Menschen wissen, denken und erleben und viele Atheisten bedienen sich lieber irgendwelchen Vorurteilen und Halbwissen, als sich korrekt zu informieren. Diese Vorurteile und das Halbwissen sind auch die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, um es analog zu Deinen Worten zu sagen. Und dieses Verhalten ist eine zentrale Lehre, eben weil sie unter Atheisten verbreitet werden.

3. Ich gebe zu, ich habe das in der Kürze zu sehr verallgemeinert, dass Gläubige von Natur aus nicht nachdenken und stur ihrer jeweiligen Lehre folgen. Aber solche Menschen gibt es, die ihrer jeweilige heilige Schrift wortgetreu auslegen, ohne sie zu hinterfragen - und das ist gefährlich.
Warum soll das gefährlich sein? Lies mal die Bergpredigt von Jesus und zeige mir was daran gefährlich sein soll wenn man das wörtlich auslegt. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Jesus wörtlich zu nehmen bedeutet Nächstenliebe zu leben.

Und außerdem wirst du zugeben müssen, dass schon an dem Wort "Glauben" zu erkennen ist, dass man als Gläubiger gewisse Grundannahmen einfach hinnehmen muss, ohne sie prüfen zu können. Und das ist beispielsweise etwas, wobei sich einem Agnostiker die Haare sträuben.
Was heist Glauben? Ich stelle in vielen Diskussionen fest das die wenigsten wissen was das Wort Glauben heist. Meinstes kommt "Glauben heist nicht wissen", was so ziemlicher Unsinn ist. Glaube heist Vertrauen und Wissen und sehr wohl kann man die Grundannahmen prüfen. Für mich zum Beispiel ist Gott real, wie für viele anderen Menschen auch und das man Glauben nicht "prüfen" kann ist falsch.
Glaube beweißt sich, Gott beweißt sich. Was meinst Du wohl warum wie als ehemaliger Atheiste gläubig geworden bin?

stefan hat gesagt…

Du musst zugeben, dass dein erstes Argument Blödsinn ist.
Es überspitzt es, das stimmt. ich habe Dich nur wörtlich genommen. Denn nur die Tatsache das Babys so süß sind machen meine Worte so makaber. Aber Leben ist Leben, egal ob es süß aussieht oder nicht, es ist jedes menschliche Leben schützenswert.

Aber damit du mich nicht wieder absichtlich falsch verstehst, streiche das "fühlend" durch. Dein Beispiel mit dem Baby zeigt deutlich, dass der Übergang zwischen einer befruchteten menschlichen Zelle und einem Menschen (vollständig, intelligent, fühlend, sich selbst im Spiegel erkennend, ...) fließend ist und nicht durch die Geburt definiert ist.
Hier sind wir nicht weit auseinander.

Schwierige Frage. Ich hätte kein Problem damit, ein paar Zellen (ja, ich drücke mich um den Begriff "Zellhaufen") abzutreiben. Aber ich hätte eindeutig ein Problem mit einem fünf Monate alten Fötus. Bei neun Monaten ist es eindeutig Mord - vermutlich auch vorher. Mit anderen Worten: ich habe für mich bisher keine Grenze gezogen und trotz allen Nachdenkens wage ich mich nicht festzulegen. Nenne das von mir aus feige oder bequem,
Ich nenne das ehrlich. Du machst Dir Gedanken darüber, das ehrt Dich.

aber auf der Welt werden tagtäglich mit sicherheit weit grausamere Verbrechen an Menschen und Tieren begangen als die Abtreibung eines drei Monate alten Fötus.
Mit 3 Monaten wehrt sich der Föten schon gegen die Abtreibung. Ich denke nicht das man diese Unterscheidung machen kann. Ich sehe Abtreibung als etwas genauso brutales wie jede andere Tötung.

Wenn jemand anderer Meinung ist friedlich gegen Abtreibung demonstriert, habe ich damit kein Problem.
Das Glaube ich Dir auch. Du denkst weiter, das spricht für Dich.

Tom hat gesagt…

... Atheisten wissen nicht was religiöse Menschen wissen, denken und erleben und viele Atheisten bedienen sich lieber irgendwelchen Vorurteilen und Halbwissen, als sich korrekt zu informieren...
Das rührt vielleicht auch daher, dass viele Menschen dazu neigen, alles zu verallgmeinern (auch ich begehe diesen Fehler). Aber religiöse Menschen sind eben nicht alle gleich (auch nicht innerhalb einer Religion).
Leider muss ich aber sagen, dass der Grund, warum ich überhaupt anfänglich zu deinem Blog meinen Senf dazugegeben habe, die Vorurteile gegenüber Atheisten sind - und in deinen ersten Antworten hast du sie noch ausführlicher zum Ausdruck gebracht. Zusammenfassend und überspitzt: wir führen allesamt ein armseeliges leeres Leben, bringen gerne Menschen um und beten unter der Aufsicht unseres Papstes Dawkins die Wissenschaft gottgleich an - und sowas wie Moral und Ethik kennen wir sowieso nicht.

Warum soll das gefährlich sein? Lies mal die Bergpredigt von Jesus und zeige mir was daran gefährlich sein soll wenn man das wörtlich auslegt. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Da hast du dir natürlich einen harmlosen Teil rausgepickt (Schande über dich ;-)
Nein, ich habe hier (und dafür entschuldige ich mich) in meinem letzten Posting zu sehr pauschalisiert und mich auch noch falsch ausgedrückt. Was ich meinte, war, dass in der Vergangenheit und Gegenwart verschiedene religiöse Schriften durch manche Menschen so ausgelegt wurden, dass Gewalt und Unterdrückung gegen andere gerechtfertigt wurde - so wie heutzutage der Koran durch die Taliban.

Was heist Glauben? Ich stelle in vielen Diskussionen fest das die wenigsten wissen was das Wort Glauben heist. Meinstes kommt "Glauben heist nicht wissen", was so ziemlicher Unsinn ist. Glaube heist Vertrauen und Wissen und sehr wohl kann man die Grundannahmen prüfen. Für mich zum Beispiel ist Gott real, wie für viele anderen Menschen auch und das man Glauben nicht "prüfen" kann ist falsch.
Hier klaffen unsere Ansichten weit auseinander. Ich unterscheide strikt zwischen wissen (bewiesen, plausibel belegt oder nachgeprüft) und glauben (vermuten, annehmen, darauf vertrauen). Ich vertraue beispielsweise einem Menschen, wenn er sich in der Vergangehheit als verlässlich erwiesen hat, aber deswegen weiß ich noch lange nicht, dass er dieses Mal mein Vertrauen bestätigen wird. Aber trotzdem ist Vertrauen wichtig, da mangelndes Vertrauen und Misstrauen nicht weit auseinander liegen - und dann würde unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren.

Mit "prüfen der Grundannahmen" meinte ich "prüfen, ob es (irgend)einen Gott gibt". Und hierfür ist mir kein funktionierender Ansatz bekannt. Ich kann nur entweder auf seine Existenz vertrauen oder nicht glauben. Und ich sehe keinen Grund darin, an seine/ihre Existenz zu glauben, wenn ich keine Anhaltspunkte dafür erkennen kann - außer dass andere auch an ihn/sie glauben.

Ich nenne das ehrlich. Du machst Dir Gedanken darüber, das ehrt Dich.
Ja, wir Atheisten stecken doch voller Überraschungen...

Mit 3 Monaten wehrt sich der Föten schon gegen die Abtreibung. Ich denke nicht das man diese Unterscheidung machen kann. Ich sehe Abtreibung als etwas genauso brutales wie jede andere Tötung.
Ja, es ist schwierig und heikel bei Mord Abstufungen zu machen. Ist es schlimmer, als Zivilist im Krieg ohne Vorwarnung getötet zu werden, oder nach tagelanger Folter und Missbrauch zu sterben? Das Resultat ist das selbe, aber nicht das Leid...
Aber ich kann trotzdem deine Ansichten durchaus verstehen. Du bist ein sehr mitfühlender Mensch, dem viel an dem Schicksal anderer liegt.

stefan hat gesagt…

Nun kommt meine Antwort etwas spät. Es war einfach zu viel los bei mir. Sorry...


Warum soll das gefährlich sein? Lies mal die Bergpredigt von Jesus und zeige mir was daran gefährlich sein soll wenn man das wörtlich auslegt. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Da hast du dir natürlich einen harmlosen Teil rausgepickt (Schande über dich ;-)

Ich habe einen der wesentlichen Teile herausgepickt. Die Bergrepdigt enthält in kurzen Worten alles wesentliche was Jesus ausmacht und was auch als Fundment für den christlichen Glauben gelten kann und sie geht auch auf die Stellen ein die Du vermutlich als nicht-harmlos bezeichnen würdest. Wobei ich sagen würde das es keine schlimmen Stellen gibt. Alles was in der Bibel steht macht einen Sinn, alles was in der Bibel steht hat einen Grund, alles was in der Bibel steht hat innerhalb des Kontextes wo es steht eine wesentliche Bedeutung und sei es nur die uns zu zeigen wie wir Menschen nun mal sind.

Nein, ich habe hier (und dafür entschuldige ich mich) in meinem letzten Posting zu sehr pauschalisiert und mich auch noch falsch ausgedrückt. Was ich meinte, war, dass in der Vergangenheit und Gegenwart verschiedene religiöse Schriften durch manche Menschen so ausgelegt wurden, dass Gewalt und Unterdrückung gegen andere gerechtfertigt wurde - so wie heutzutage der Koran durch die Taliban.
Die Taliban tun sich nur deshalb so leicht den Koran für ihre Zwecke auszulegen, weil vieles was im Koran steht das Handeln von Mohammed rechtfertigen sollte was nicht unbedingt friedlicher war als das was wir Heute von den Taliban kennen. Nur das Mohammed natürlich zu einem ganz anderen Zeitpunkt gelebt hat und zugleich auch ganz andere Ziele hatte. Das Problem beim Koran ist die Bedeutung die in das Buch gelegt wird. Der Koran ist das Wort Gottes, bis zum letzten Punkt. Das macht den Koran so gefährlich.
Die Bibel zum Beispiel ist nicht das Wort Gottes, sondern sie enthält es. Viele Bücher der Bibel sind weitestgehend "gottlos", weil Sie zum Beispiel nur erzählen was geschah. Das ist ein großer Unterschied zwischen den Büchern Koran und Bibel. Vieles was in der Bibel steht ist enthalten um den Menschen zum Nachdenken zu bewegen, um einen Spiegel vorzuhalten.
Deshalb spricht man auch beim Islam von einer Buchreligion, was man vom Christentum so nicht sagen kann.

stefan hat gesagt…

Hier klaffen unsere Ansichten weit auseinander. Ich unterscheide strikt zwischen wissen (bewiesen, plausibel belegt oder nachgeprüft) und glauben (vermuten, annehmen, darauf vertrauen). Ich vertraue beispielsweise einem Menschen, wenn er sich in der Vergangehheit als verlässlich erwiesen hat, aber deswegen weiß ich noch lange nicht, dass er dieses Mal mein Vertrauen bestätigen wird. Aber trotzdem ist Vertrauen wichtig, da mangelndes Vertrauen und Misstrauen nicht weit auseinander liegen - und dann würde unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren.
Für mich hat Gott sich in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen und ich weiß das er jedes mal mein Vertrauen bestätigt. Wenn man mal erlebt hat wie sich reale Dinge nur auf Grund des Glaubens ändern, dann ist das schon erstaunlich. Für mich ist Gott genauso real wie der Baum vor meinen Fenster. Die Diskussion ob es Gott gibt oder nicht steht schon in der Bibel und es gibt genau die Antwort darauf die ich auch Dir gebe: Gott beweisen sehe ich nicht als Problem an, denn Gott beweisst sich.

Mit "prüfen der Grundannahmen" meinte ich "prüfen, ob es (irgend)einen Gott gibt". Und hierfür ist mir kein funktionierender Ansatz bekannt. Ich kann nur entweder auf seine Existenz vertrauen oder nicht glauben. Und ich sehe keinen Grund darin, an seine/ihre Existenz zu glauben, wenn ich keine Anhaltspunkte dafür erkennen kann - außer dass andere auch an ihn/sie glauben.
Gott zeigt sich jeden der ihn anspricht. Um Gott zu prüfen muss man ihn nur ansprechen.
Und das ist nicht alles: Ich bitte Gott um etwas und es geschieht und es ist gut. Und Gott führt mich und lenkt mich. Mir geschehen viele Dinge die nicht normal sind, aber sehr wohl passiert es. Das ist auch für mich Beweis. Gibt es bessere Beweise?
Jetzt mal ungeachtet des Beweises das es Gott deshalb geben muss weil wir Menschen ihn in unseren Wahrnehmungshorizont aufnehmen. Dahinter steckt der Gedanke das wir Menschen nicht sooo kluge Wesen sind wie wir meinen, sondern kritisch betrachtet können wir nur das erfassen was es auch wirklich gibt.